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Die Geschichte des North West 200

Woher kommt der Name?

Viele Leute fragen, warum das „North West 200“ Rennen „North West 200“ heißt. Die Antwort liegt im Ursprung des Events. Die Geschichte verrät, dass zwar der Name, der vom Club als erste Wahl angesehen war, blieb, das Rennen jedoch nicht an dem erst gewählten Veranstaltungsort stattfinden konnte. Der Name brachte bis heute viel Verwirrung und Ungewissheit unter Motorradsportfreunde, die den Ursprung der Veranstaltung nicht kannten. So bedeutet die Zahl 200, dass das Rennen ursprünglich über eine Strecke von 200 Meilen lief. Auch „North West“ spiegelt den eigentlich ausgewählten Ort des Rennens wieder: Eine ebenfalls öffentliche Straße, jedoch im Nord Westen Irland.

Die ersten Veranstalter dieses Rennens wären nicht in der Lage gewesen sich den Wachstum des Rennens oder gar die derzeitige Größe des Events vorzustellen. Im Jahr 1964 wurde das Event in die Hände des „Coleraine & District Motor Club“s gelegt, welcher auch heute noch Veranstalter ist. Im Jahre 2007 gingen unglaubliche 2 Millionen Menschen von fast allen Teilen der Erde online, um zu erfahren, was zu Irlands größter Sportveranstaltung und eines der weltweit schnellsten Straßenrennen geworden ist.


North West 200 Zeitleiste

1930

Die Start/Ziel Region wurde abgeändert und befindet sich jetzt nicht mehr in Magherbuoy sondern in Portstewart. Das Treffen wird als "scratch event“ veranstaltet.

1934

Jimmy Guthrie gewinnt den ersten seiner insgesamt vier aufeinander folgenden Siege der 500er Klasse und fährt als Erster eine Runde während eines Rennens mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 80mph.

1939

Das letzte Rennen, welches vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs veranstaltet wurde. Ernie Lyons ist der einzige 500er-Finisher.

1947

Das Rennen wird in verkürzter Form abgehalten, da es nach dem zweiten Weltkrieg einen Öl und Reifenengpass gibt. Arti Bell gewinnt das Rennen der 500er. 1949 wird kein Rennen veranstaltet, aber danach gewinnt Bell wiederum sowohl 1949 als auch 1950, was der erste internationale Sieg der Featherbed Nortons bedeutet.

1953

Die Gilera hat sein Debüt beim NW 200 und wird von den Fahrern Dickie Dale und Reg Armstrong gefahren. Dale schafft es nicht sein Rennen zu ende zu fahren während Armstrong im Rennen der 500er Dritter wird. Ray Amm fährt die Silver Bullet Norton bei ihrem einzigen öffentlichen Rennen in der 350er Klasse. Diese revolutionäre Maschine schafft es jedoch nicht mal bis zum Ende.

1954

Armstrong wird 1954 mit seiner Gilera Erster und im Jahr darauf schafft er den Vize-Meister hinter seinem Teamkollegen Geoff Duke.

1955

Alan Lyons (NSU) gewinnt das 250er Rennen. Alan und Ernie Lyons sind die ersten Brüder, die die NW 200 Rennen gewinnen können. Nur Robert und Joey Dunlop können ihnen später diese Auszeichnung nachahmen.

1957

Jack Brett fährt als Erster eine Runde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 mph. Er fährt eine Lord Montagus Norton zum Sieg bei den 500ern.

1958

Mike Hailwoods (NSU) einziges Rennen beim NW 200. Er wird 2. Sieger hinter Samilly Millar (NSU) im 250er Rennen.

1961

Bob McIntyre landet einen 500er und 350er Doppelsieg Matchless und AJS Maschinen fahrend.

1964

Der erste Gewinn eines Japaners bei einem NW 200 Rennen. Ralph Bryans gewinnt sowohl die 350er als auch die 250er Klasse für den Hersteller Honda.

1965

Dick Crieth gewinnt zum zweiten Mal infolge das 500er Rennen auf der Fireplace Norton von Joe Ryan. Es war gleichzeitig der letzte Gewinn einer Norton bevor R. Dunlop 1990 siegte.

Peter Williams 1966

Peter Williams 500er Sieger von 1966

1968

Yamahas erster Sieg auf diesem Kurs, gefahren von Rod Gould in der Klasse der 250er.

1970

Suzuki gewinnt das erste Mal beim NW 200, da Stuart Graham das 500er Produnktionsrennen gewinnt.

John Cooper 1970

John Cooper 500er Erstplatzierter von 1970

1971

Das letzte Rennen, welches über den Kurs vorbei an der Promenade von Portsteward vorbeiführt. Sieger sind: John Cooper (500er), Paul Smart (350er), Derek Chatterton (250er).

1972

Wegen zivielen Unruhen wird kein NW 200 ausgeführt.

1974

John Williams gewinnt die 350er, 500er und 750er Rennen und gewinnt als erster Fahrer drei Rennen an einem Tag.

John Willams 1974

John Williams als Sieger der 350er, 500er und 750er Rennen im Jahr 1974

1977

Ray McCullough und Tony Rutter (beide Yamaha) überqueren die Ziellinie absolut zur gleichen Zeit (350er Rennen)Es war das einzige Unentschieden, was es in der Geschichte des NW 200 jemals gab.

1978

Tom Herron fährt während des Superbike-Rennens den bis 2003 stehenden Geschwindigkeitsrekord von 127,63 mph als Durchschnittsgeschwindigkeit in einer Runde.

1979

Im Jahr des 50. Jubiläums gewinnt Joey Dunlop seinen ersten Hattrick. Dieser Renntag gilt immer noch als der dunkelste in der Renngeschichte, weil bei einem Unfall drei Fahrer ihre Leben verloren: Tom Herron, Brian Hamilton und Frank Kennedy

Tom Herron 1979

Tom Herron in Aktion im Jahr 1979

1983

Während eine Schikane beim Juniper Hill eingebaut wurde, gewinnt Joey Dunlop das 500er und Superbike-Rennen.

1986

Robert Dunlop erreicht seinen ersten Sieg eines Superbike-Rennens, nachdem er Gene McDonnell nur knapp abhängen konnte.

1987

Joey Dunlop fährt sich einen berühmten Hattrick ein, indem er das Rennen der 750er und beider Superbikes gewinnt.

Joey Dunlop 1987

Joey Dunlop

1989

Steve Hislop gewinnt seine einzigen jemals erreichten Siege beim NW 200: 750er King of the Roads Rennen und dem Superbike-Rennen.

1990

Robert Dunlop stürmt zu einem weiteren Hattrick auf seiner legendären Norton (2x Superbike) und einem 125er Rennen. Auch 1991 folgt ein weiterer Hattrick( 125er, 250er, 750er)

1992

Philip McCallan führt seine Konkurrenz vor und gewinnt unglaubliche fünf Rennen an einem Tag: 400er, 600er, 250er und beide Superbike-Rennen. Beim 250er-Rennen rutscht er jedoch aus. Hätte das sein sechster Titel des Tages werden können?

Philip McCallan

Philip McCallan einen nicht voraussehbaren Fünfertriumph.

1993

Robert Dunlop gewinnt seinen dritten Hattrick mit einem Sieg in der 125er Klasse und zwei Siegen bei den 250er Maschinen.

Robert Dunlop 1993

Robert Dunlop fährt 1993 seine Ducati

1994

R. Dunlop fährt sich wieder einen Hattrick ein (125er, 2x Superbike). Er gewinnt bei diesen Rennen das erste Rennen für eine Honda RC 45 Maschine.

1997

Michael Rutter eröffnet seine NW 200 Karriere mit einem Gewinn in der 600er Klasse und bei den Superbikes. Owen McNally feiert seinen berühmten 250er Gewinn und Philipp McCallan gewinnt seinen elften und letzten Titel bei einem NW 200 (Superbike).

1999

David Jefferies wird dieses Jahr zu dem Fahrer, der den Hattrick erreicht: Er siegt bei den 600ern und zweimal bei den Superbikes.

David Jefferies 1999

David Jefferies gewinnt einen Dreier (1999)

2000

Joey Dunlop startet das, wie sich später herausstellt, für ihn wohl letzte Rennen in der Pole-Position (beide Superbikes). Michael Rutter erreicht einen Hattrick (600er, 2xSuperbike).

2001

Es findet wegen der Maul- und Klauenseuche kein Rennen statt.

2002

Bei seinem Debüt passiert Bruce Anstey eine Sensation: Er startet von der Pole-Position und gewinnt das Produktionsrennen.

2003

Der Fahrer Ryan Farquhar gewinnt beide 600er Supersports-Rennen für Kawasaki.

2004

Ian Lougher gewinnt im fünften Jahr hintereinander das 125er Rennen. Michael Rutter schreibt Geschichte, indem er als Erster eine Geschwindigkeit auf gerader Strecke von über 200 mph fährt. Dies passiert auf seiner Superbike in der vorletzten Runde. R gewinnt ebenfalls beide Superbike-Wettkämpfe.

Michael Rutter

Michael Rutter schreibt 2005 Geschichte

2005

Ian Lougher entschließt sich nicht am 125er-Rennen teilzunehmen, gewinnt jedoch nach hartem Kampf gegen Bruce Anstey das Superstock-rennen.

North West 2005 winners

Ian Lougher, Gewinner des Superstock

2006

Steve Plater gewinnt beide Superbike-Rennen,10 Jahre nach seiner ersten Teilnahme am NW 200. R. Dunlop gewinnt nach hartem Kampf mit Michael Wilcox seinen 15. und letzten Titel auf dem dreieckigen Kurs.

2007

Bruce Anstey kommt von einem Stur im ersten Rennen des Tages zurück und gewinnt beiden 600er-Rennen und dem Superstock-Rennen.

2008

Die North West 200 Legende Robert Dunlop stirbt im Training, nachdem er einen Unfall am Mather’s Cross hatte. Weniger als nur zwei Tage später gewinnt sein Sohn Michael D. das 250er-Rennen- leider gab es bei der Siegerehrung Tränen. Michael Rutter gewinnt ein Superbike-Rennen für die neu geformte Kennedy North West 200 Ducati Mannschaft. Steve Plater gewinnt beide 600er-Rennen und ein Superbike, so passiert ein denkwürdiger weiterer Hattrick.

William und Robert Dunlop

Fatherly advise von Robert Dunlop an seinen Sohn, Michael (2008)

2009

Der North West 200 wird 80 Jahre und feiert sein großes Jubiläum.


The Power and the Glory“ – Die Macht und der Ruhm

Liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt von dem Autor Alistar McCook

Der Morgen des 20. Aprils im Jahr 1929 begann so wunderbar. Als der Sekundenzeiger immer näher in Richtung der geplanten Startzeit tickte, war es ein perfekter frühsommerlicher Tag. Am Startpunkt in Magherabouy, fast genau an der Stelle, an der die Schikane immer noch angesiedelt ist, war zuvor auf der rechten Seite der Straße eine Tribüne errichtet worden. Direkt gegenüber waren die Boxen, wo die Fahrer anhalten würden, um ihren Tank während des Rennens über 200 Meilen aufzufüllen. Ein großes Zelt, in dem Erfrischungsgetränke verkauft wurden, war in der Nähe und eine Musikkapelle unterhielt die jubelnde Menge. Hier begann das, was nun der größte Outdoor- Sportevent ist.

Als die Sonne von einem wolkenlosen, blauen Himmel schien, wurde der lang ersehnte Traum des „Derry and District Motor Club“ ein anerkanntes, internationales Straßenrennen für Motorräder durchzuführen endlich wunderbare Wirklichkeit. Das nun weltbekannte North West 200 wurde zuerst vor 78 Jahren als Handicap- Event über einen atemberaubenden dreieckigen Kurs von 11 Meilen, der Coleraine, Portrush und Portsteward verbindet, veranstaltet.

Ein Uhr mittags- der Beginn des ersten „North West 200“ Rennens: Drei Fahrer starteten ihre Maschinen am Startpunkt von Magherabuoy und begannen den schrägen Lauf bergab nach Portrush. Sie hießen McIntyre (Abingdon KD), R B Patterson (348cc O.E.C) und RM Osbourne (348cc Raleigh),

Das „North West 200“ Rennen ist lange Zeit in Planung gewesen. Zu Beginn von 1929 plante der „Derry and District Motor Club“ ein Event von internationaler Wichtigkeit, jedoch sollte es anders sein, als alles was es vorher gegeben hatte. Der Club war sich sicher, dass sich das Rennen als attraktiv für Hersteller herausstellen würde, da es ihnen die Möglichkeit eines frühjährlichen Tests der Maschinen geben würde. Genauso wie durch diese Tests natürlich auch große Namen der Szene garantiert sein würden.

Die Organisatoren des North West 200 brachen mit der Tradition: 200 Meilen war im Jahr 1929 keine übliche Streckendistanz, und noch dazu war die Meinung einiger Experten, dass ein Rennen über 100 Meilen auf jeden Fall größere Popularität erreichen könnte. Im Rückblick jedoch, wurde durch die Entscheidung die Strecke länger zu machen, das Event zu einem Zuverlässigkeitstest, welches die Herstellerteams nicht ignorieren konnten. Auch das Rennen als ein „Handicap“ Rennen durchzuführen, war anders als die zu der Zeit etablierten Rennart, in der sowohl der „Continental Grands Prix“ als auch das „Isle of Man TT“ Rennen gefahren wurden.

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